Psalmen
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11. Dezember 2017

 

Geistliches Zentrum Windberg | Glaube
 

Die Psalmen haben eine große und eine lange Geschichte, weit zurückreicht in die Zeit des Alten Testamentes, genauer: Bis in die Zeit der Könige, also bis in das Jahr 1000 vor unserer Zeitrechnung. Männer und Frauen im alten Israel haben diese uralten Worte gesprochen und sich angeeignet, um damit ihr Leben zu deuten, ja, um mit diesen Worten ihr Leben mitunter bestehen zu können. Seit mehr als 3000 Jahren werden die Psalmen gebetet. Seit 2000 Jahren sind sie auch Gebete der christlichen Kirchen. Über die Jahrtausende hinweg, während Friedens- und während Kriegszeiten, in fetten und in mageren Jahren, durch alle Generationen und Geschlechter hindurch erklangen und erklingen sie auf der ganzen Welt zu allen Tag- und Nachtzeiten. Die Psalmen waren und sind Gebete auf den vielfältigen Wegen und Umwegen des Lebens.

Für Jesus und die Frauen und Männer, die mit ihm unterwegs waren, war der Psalter (das Buch, in dem alle Psalmen vereint sind) ein beliebtes Gebets- und Meditationsbuch. Jesus und seine Zeit, sie waren mit den Psalmen vertraut; keines der alttestamentlichen Bücher wird so häufig im Neuen Testament aufgegriffen wie der Psalter. Etwa ein Drittel der alttestamentlichen Zitate des Neuen Testaments ist dem Buch der Psalmen entnommen. Nicht nur die Verfasser  der neutestamentlichen Schriften, auch die Gemeinden, denen sie schrieben, waren mit den Worten der Psalmen vertraut. Nur so konnten sie die vielfältigen Bezüge und Anspielungen verstehen, die zwischen beiden Testamenten - dem Alten und dem Neuen - hergestellt wurden. Nur so konnten sie zugleich die neuen Töne heraushören, die in den Psalmen - im Lichte der Gotteserfahrungen Jesu - zum Klingen kamen.

 

Den Menschen unserer Zeit erscheinen die Psalmen fremd und befremdend. Ihre Sprache ist sperrig, ihr Inhalt manchmal erschreckend. Manche weichen entsetzt vor den Psalmen zurück. Für andere sind die Psalmen Gebete, in denen sie sich und ihr ganzes Leben unterbringen können.

Der Psalter ist ein Lebensbuch. Ein Buch, in dem Menschen betend ihr ganzes Leben vor Gott tragen, ein Buch, in dem sie ungeschminkt ihre ganze Emotionalität, ihre Freude genauso wie ihren Ärger und ihren Hass (ja, ihren Hass) vor Gott tragen. Gerade das macht die Psalmen für manche Menschen schwer: Dass dort Menschen verflucht werden, dass über Menschen Unheil verhängt wird. Kann Gott das akzeptieren, mitmachen, ja gar erfüllen?

Aber gerade weil alle Gefühlsregungen des Menschen in den Psalmen zur Sprache kommen, gerade deshalb sind sie ein Lebensbuch: Sie erzählen von den Höhen und Tiefen eines menschlichen Lebens, von Schmerz und Trauer, von Klage und Not, von Freude und übergroßem Jubel. Und in all diesen Erfahrungen sind die Psalmen zeitlos, gültig über die Jahrtausende, die sie nunmehr gebetet worden sind, gültig für die nächsten Jahrhunderte, in denen sie noch gebetet werden. Die Psalmen begleiten auf dem Weg und genau dieses wollen die Psalmen auch sein: Gebete auf dem Weg, Gebete, in denen ein jeder und eine jede sich und sein/ihr Leben ganz unterbringen kann.

 

 

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